allgemeine Polsterbeschreibung


 

 Da diese Polster aus Silicon-Kautschukmasse (Kautschuk auch ein Naturprodukt) bestehen sind sie absolut luft- und wasserdicht, nicht so wie Gore-tex das immer noch aus vielen kleinen Löchern besteht. Dieses Material der Schließschicht enthält keine als gefährlich eingestuften Substanzen nach EG Richtlinie 67/548/EWG und ist somit gesundheitlich unbedenklich. Der vernetzte Silikongummi, bzw. das Silikon-Elastomer, ist frei von giftigen Inhaltsstoffen und ist geruchs-, sowie geschmacksneutral. Dieses Material wird auch in anderen Zusammensetzungen in der Dentalindustrie verwendet. Die Polster sind schön weich, aber haben dennoch eine gewisse Festigkeit (Oberflächenspannung, die beim Schließen des Tonlochs noch zunimmt), ähnlich den Fingern die bereits Tonlöcher zuhalten, fühlen sich fast wie Haut an, und haben auf der Rückseite eine Papier- oder Korkschicht, wodurch sich die Polster mit sozusagen fast jedem Kleber in den Metallklappen befestigen lassen. Alte Klischees besagen zwar Silikonpolster sind die besten Polster die es gibt, aber sie würden ein wenig kleben bleiben (Adhäsionskraft). Durch das einölen von Holz und Polster wird der Adhäsionskraft entgegengewirkt. Sozusagen völlig aufgehoben wird es durch Talkum. Wer kennt das nicht bei Aussentemperatur in kühleren Abschnitten des Jahres, durch eine kürzere Birne kann die Tonhöhe ausgeglichen werden, aber es nützt nichts wenn die Polster bei dieser kühlen Temperatur nicht mitmachen, also zu unnachgiebig sind und so die Töne fast nicht rauskommen, da die Polster nicht richtig schließen. Bei diesen Polstern nicht! Sie sind auch bei kühleren Temperaturen so nachgiebig das die Tonlöcher abgedeckt werden. Besonders wenn man stärkere Blätter zum Spielen verwendet, wodurch die Vibration sehr stark ist und man das bis in die Finger fühlen kann, ist absolutes schließen der Tonlöcher ein muß. Das können diese Klarinettenpolster. Absolutes geräuschfreies schließen ist natürlich bei diesen Polstern gegeben. Die Mechanik der Klarinette muß auch immer wieder ausgerichtet werden um leiser und genauer zu sein; genauer in bezug von dem Schliessen der Polster zum Tonloch (Zwirl). Bei diesen Polstern ist die Ungenauigkeit der Mechanik nicht so besonders maßgeblich, sie schließen. Das leise der Mechanik kann auch durch Öl hinbekommen werden. Sie eignen sich auch gut für das selber Auswechseln (siehe Anleitung Polsterwechsel, selbst mit Heißkleber). In vielen Bereichen sind diese Polster wegen der guten Eigenschaften zeit- und kostenersparend. Auch die Schmutzunempfindlichkeit ist ein Merkmal dieser Polster. Um die Tonlöcher zu Reinigen kann man dazu auch mal lauwarmes Wasser durchlaufen lassen um den Schmutz auch dort weg zu bekommen, ohne immer die Klappen abzumontieren (Wasser wegpusten und Holz wieder Ölen mit harz- und säurefreiem Öl, ich empfehle Olivenöl 100% rein, extra virgen, kaltgepresst). Dann die Polster wieder mit einem Pad mit Talkum einreiben. Die Oberfläche des Polsters ist glatt, kann daher die Frequenzschwingungen der Töne besser reflektieren als Materialien die rauh oder mit vielen Lochporen durchsetzt sind (Schalldämmung), und sie passen sich gut in die Tonlöcher (Zwirle) ein. Es ist auch ein Vorteil dieser Polster das man das Holz gut in Öl halten kann, da es den Polstern nichts ausmacht, denn dies trägt wesentlich zur Klangqualität der Klarinette bei. Auch bei den Problemklappen die durch viel nässen eine Wasserblase bilden ist dieses Material genau das richtige. Es wirkt dieser Wasserblasenbildung entgegen (es sei denn es ist so viel Schmutz in den Tonlöchern das selbst diese so nass sind das es vielleicht vorkommen kann, aber durch dieses Material wird diese Blase während des Spielens sogar abgerissen und beeinträchtigt im normalfalle nicht den Ton).   Es werden auch im gewissen Rahmen Unebenheiten ausgeglichen (bei älteren Modellen mag am Zwirl schon was eingekerbt sein). Zu scharfkanntige Tonlöcher (Zwirle) wie bei bestimmten Polstern (z.B. Quarzresonanz-Polster) da sein müssen sind hier nicht notwendig und auch nicht zu empfehlen. Wer mit Heißkleber umgehen kann ist auch in der Lage die Polster damit zu befestigen (kurzzeitige Temperatur unten an der Papierschicht von 250°C möglich). Die Klarinettenpolster sind ja auf einer Papierschicht oder Kork befestigt und können in verschiedenen Dicken hergestellt werden. Auch ein weiterer Vorteil ist das die Schließschicht in unterschiedlichen Shore-A Härten hergestellt werden kann. Sonst mußte man zum Beispiel verschiedene Ledermaterialien verwenden. Ist zum Beispiel ein Tonloch sehr klein und meist der Druck darauf stärker kann man die Shore-A Härte dieses Polsters erhöhen und hat den Vorteil das dieses Polster dann wiederum länger halten kann. Es ist also möglich sein Instrument selbst individuell abzustimmen.   So wie bei Fischhautpolstern ist eine dünne Schließschicht vorhanden die aber sogar noch in der Dicke variieren kann. Durch das Selbstausstechen mit Locheisen können die Kosten nochmals minimiert werden. Es empfiehlt sich auch die Polster im Durchmesser 0,5 - 1mm kleiner zu Kaufen als bei der Innenmessung der Metallklappen. Dient zur besseren Anpassung beim Ausrichten des gleichzeitigen Berührens des Tonloches (Zwirls). Die Formstabilität ist über Wochen absolut gegeben, dann ein bischen ein Zwirleindruck der dann über viele Monate so bleibt. Es empfiehlt sich die Polster nach 1 bis 2 Jahren wieder auszutauschen. Da die Polster nicht maschinell sondern als sogenannte Handarbeit hergestellt werden, können ganz kleine Abweichungen vorhanden sein.